Haben Sie genug von allgemeinen Newslettern, die Ihre eigentlichen Herausforderungen nur oberflächlich behandeln? Dastra bietet Ihnen Dastra Insights – eine juristische und regulatorische Übersicht, die speziell für DPOs, Juristen sowie Privacy- und KI-Fachleute konzipiert wurde.
🎯 Eine zielgerichtete, praxisnahe Übersicht, die sich an der tatsächlichen Realität des Datenschutzes und der KI orientiert.
Hier unsere Auswahl für Juni 2026:
[IA / DSGVO / regulatorische Vereinfachung] Das Omnibus-Paket macht Fortschritte beim AI Act und bei den Dokumentationspflichten der DSGVO
Datum: Juni 2026
Quelle: Europäisches Parlament, Europäische Kommission, EDSA / EDSB
Das digitale Omnibus-Paket zur Vereinfachung bleibt ein zentrales Thema für Data-, KI- und Compliance-Teams. Im Hinblick auf den AI Act hat das Europäische Parlament Vereinfachungsmaßnahmen gebilligt, die insbesondere eine Verschiebung bestimmter Pflichten für KI-Systeme mit hohem Risiko vorsehen, während der risikobasierte Ansatz des AI Act beibehalten wird. Der Text sieht außerdem ein Verbot bestimmter „Nudifier“-Systeme sowie von durch KI erzeugten nicht einvernehmlichen sexuellen Inhalten vor.
Im Hinblick auf die DSGVO hat die Kommission vorgeschlagen, bestimmte Pflichten zur Führung des Verzeichnisses von Verarbeitungstätigkeiten zu erleichtern, insbesondere für KMU und bestimmte mittelständische Unternehmen, wenn die Verarbeitungen kein hohes Risiko für die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen darstellen. EDSA und EDSB begrüßten das Ziel der Verringerung des Verwaltungsaufwands, erinnerten jedoch daran, dass eine Vereinfachung weder die Grundrechte noch die tragenden Prinzipien der DSGVO schwächen darf.
Für Juristen, DPOs und Compliance-Teams ist die Herausforderung doppelt: die neuen Fristen zur Einhaltung des AI Act genau zu verfolgen und die DSGVO-Vereinfachungsmaßnahmen nicht als allgemeine Dokumentationsbefreiung zu missverstehen. Selbst bei einer formellen Erleichterung des Registers müssen Organisationen weiterhin in der Lage sein, ihre Compliance nachzuweisen – insbesondere bei risikoreichen Verarbeitungen, sensiblen Datenverarbeitungen, KI-Verarbeitungen sowie bei Systemen mit Überwachung, Profiling oder automatisierten Entscheidungen.
[AI Act / Transparenz] Die Kommission veröffentlicht den Verhaltenskodex zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten
Datum: 10. Juni 2026
Quelle: Europäische Kommission
Die Europäische Kommission veröffentlicht den endgültigen Verhaltenskodex zur Kennzeichnung und Labeling von durch KI erzeugten oder bearbeiteten Inhalten. Der Kodex ist freiwillig, soll Anbietern und Betreibern generativer KI-Systeme jedoch helfen, sich auf die Transparenzpflichten des AI Act vorzubereiten.
Rechtsteams sollten dieses Thema insbesondere bei Chatbots, Deepfakes, Inhalten von öffentlichem Interesse und Benutzeroberflächen genau verfolgen. Der Kodex kann zu einem praktischen Referenzrahmen werden, um Kennzeichnungsentscheidungen, interne Kontrollen und produktbezogene Abwägungen zu dokumentieren.
[AI Act / Governance] Das Advisory Forum zum AI Act hält seine erste Sitzung ab
Datum: 22. Juni 2026
Quelle: Europäische Kommission
Die Kommission hat die erste Sitzung des AI Act Advisory Forum organisiert, eines in Artikel 67 des AI Act vorgesehenen Beratungsorgans. Die Diskussionen befassten sich mit den Verfahrensregeln, der Standardisierung, dem Verhaltenskodex zur Transparenz von KI-generierten Inhalten und den Leitlinien zur Einstufung von KI-Systemen mit hohem Risiko.
Der Hauptnutzen ist institutioneller Natur: Das Interpretations- und Umsetzungsökosystem des AI Act nimmt Gestalt an. Betroffene Unternehmen sollten die Beiträge dieses Forums beobachten, da sie Standards, Leitfäden und Compliance-Erwartungen beeinflussen können.
[DSGVO / vernetzte Mobilität] Die CNIL veröffentlicht ihre Empfehlung zu Standortdaten vernetzter Fahrzeuge
Datum: 30. Juni 2026
Quelle: CNIL
Die CNIL veröffentlicht nach öffentlicher Konsultation ihre endgültige Empfehlung zur Nutzung von Standortdaten vernetzter Fahrzeuge. Der Text richtet sich an Hersteller, Vermieter, Flottenmanager, Telematik-Anbieter und Datenvermittler.
Die praktische Relevanz ist erheblich: Die CNIL präzisiert insbesondere die Fälle, in denen eine Einwilligung nach ePrivacy erforderlich ist, den Umgang mit Rechten in Mehrnutzerfahrzeugen, Datenminimierung, Speicherfristen und Sicherheitsmaßnahmen. Akteure im Mobilitätssektor sollten ihre Informationsprozesse, Rechtsgrundlagen sowie Mechanismen zur Deaktivierung oder Löschung eingebetteter Daten überprüfen.
[Minderjährige / neue Technologien] Die G7-Behörden verabschieden Grundsätze zum Schutz Minderjähriger
Datum: 26. Juni 2026
Quelle: CNIL
Am 25. und 26. Juni in Paris auf Einladung der CNIL versammelten sich die Datenschutzbehörden der G7 und verabschiedeten zentrale Grundsätze zum Schutz Minderjähriger gegenüber neuen Technologien.
Auch wenn diese Grundsätze nicht unmittelbar neue Pflichten schaffen, geben sie einen nützlichen Hinweis auf die Aufsichtsprioritäten: digitales Alter, die Exposition Minderjähriger gegenüber Online-Diensten, ein schützendes Design by default, angepasste Transparenz und die Verantwortung der Anbieter. Für DPOs ist dies ein Signal für eine internationale Angleichung der Erwartungen an von Kindern genutzte Dienste.
[UK GDPR / Beschwerden] Neue britische Pflicht zur Bearbeitung von Datenschutzbeschwerden
Datum: 23. Juni 2026
Quelle: ICO
Impact: Hoch
Vertrauen in die Quelle: Hoch, offizielle Quelle
Die ICO bestätigt das Inkrafttreten neuer Anforderungen aus dem Data (Use and Access) Act: Alle Organisationen, die personenbezogene Daten verarbeiten, müssen einen klaren Beschwerdemechanismus anbieten, den Eingang innerhalb von 30 Tagen bestätigen, angemessen ermitteln und das Ergebnis der Beschwerde mitteilen.
Das ist eine sehr operative Aktualität für Compliance-Teams im Vereinigten Königreich. Organisationen müssen ihre Beschwerdeverfahren, Antwortskripte, interne Nachverfolgbarkeit sowie die Verzahnung mit Auskunftsersuchen, Betroffenenanfragen und Marketingbeschwerden überprüfen.
[IoT / vernetzte Objekte] Die ICO finalisiert ihre Erwartungen an vernetzte Verbraucherprodukte
Datum: 11. Juni 2026
Quelle: ICO
Die ICO veröffentlicht ihre endgültige Guidance zu IoT-Produkten und -Diensten für Verbraucher. Sie betrifft insbesondere vernetzte Lautsprecher, Smart-TVs, Fitness-Tracker, smarte Türklingeln, Home Hubs und Haushaltsgeräte.
Die Behörde betont Privacy by Design, datenschutzfreundliche Standardeinstellungen, echte und widerrufbare Einwilligung, richtige Information zum richtigen Zeitpunkt, DSFA/AIPD bei sensiblen Daten oder wenn Kinder das Produkt nutzen können, sowie durchgehende Sicherheit. Die ICO kündigt außerdem einen Schwerpunkt auf Smart-TVs und zielgerichtete Werbung an, mit einem klaren Fokus auf Einwilligung und Transparenz.
[Datenverletzungen / DSGVO] Der EDSA nimmt ein gemeinsames Modell für die Meldung von Datenschutzverletzungen an
Datum: 10. Juni 2026
Quelle: EDSA / EDSB
Der EDSA nimmt ein gemeinsames Modell für die Meldung von Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten an. Ziel ist es, die an die Aufsichtsbehörden übermittelten Informationen zu harmonisieren und die Anwendung von Artikel 33 DSGVO zu erleichtern.
Dies ist ein unmittelbar nutzbares Instrument für DPOs: Es kann als Benchmark dienen, um interne Incident-Prozesse, Erfassungsformulare, Playbooks für Meldungen innerhalb von 72 Stunden sowie die Abstimmung mit Security-, IT- und Rechtsteams zu aktualisieren.
[Betroffenenrechte / One-Stop-Shop] Der EDSA aktualisiert sein Digest zum Widerspruchsrecht und Recht auf Löschung
Datum: 25. Juni 2026
Quelle: EDSA / EDSB
Der EDSA veröffentlicht eine Aktualisierung seines One-Stop-Shop-Digests zum Widerspruchsrecht und zum Recht auf Löschung. Das Dokument stützt sich auf grenzüberschreitende Entscheidungen und zeigt auf, wie Behörden die von Organisationen eingerichteten internen Prozesse bewerten.
Für Privacy-Teams ist dies eine nützliche Ressource, um die Robustheit von Verfahren zur Ausübung von Betroffenenrechten zu testen: Löschanträge für Konten, Widerspruch gegen Direktmarketing, Antwortfristen, Nachverfolgbarkeit, Korrekturmaßnahmen und Kohärenz zwischen europäischen Tochtergesellschaften.
[IA / Daten-Governance] Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigen die Schaffung einer neuen Behörde für KI und Daten an
Datum: 14. Juni 2026
Quelle: Government of Dubai Media Office
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Schaffung einer neuen Artificial Intelligence and Data Authority angekündigt, die dem Kabinett unterstellt sein und zur einzigen national zuständigen Stelle für Daten, künstliche Intelligenz und digitale Regierung werden soll. Die Behörde wird insbesondere Funktionen zusammenführen, die zuvor vom Office of Artificial Intelligence, dem Bereich digitale Regierung innerhalb der Telecommunications and Digital Government Regulatory Authority sowie dem UAE Data Office wahrgenommen wurden.
Derzeit geht der Ankündigung kein neuer Gesetzestext voraus. Sie verdient jedoch die Aufmerksamkeit von Juristen und Compliance-Teams, da die Durchführungsverordnungen zum emiratischen Datenschutzgesetz noch ausstehen. Die Schaffung einer integrierten Behörde, die Daten, KI und digitale Dienste gemeinsam abdeckt, könnte daher auf die nächste Phase der regulatorischen Strukturierung hindeuten.
Ebenso wird zu beobachten sein, wie die Emirate die KI regulieren wollen. Das Land verfügt bereits über Politiken, Strategien und Leitlinien, doch deren mögliche Überführung in rechtliche Pflichten wirft klassische und sensible Fragen auf: Schutz individueller Rechte, Daten-Governance, Sicherheit, Transparenz – bei gleichzeitiger Wahrung wirtschaftlicher Attraktivität und kommerzieller Innovation.
